Zuverlässigkeit berechnen, bevor Ausfälle auftreten.
Insbesondere im Bereich elektronischer Komponenten besteht die Möglichkeit, präventive Ausfallratenberechnungen durchzuführen. Dabei werden standardisierte Ausfalldatenkataloge wie etwa die Siemens-Norm SN 29500 genutzt.
Da elektronische Bauteile im Gegensatz zu mechanischen stark standardisiert sind, können Systemausfallraten präventiv berechnet werden. Diese berechneten Werte gelten jedoch nur innerhalb der sogenannten useful lifetime – also der nutzbaren Lebensdauer eines Systems.
Parts Count- und Parts Stress-Methode
Bei der Berechnung der Systemausfallrate wird zwischen zwei grundlegenden Verfahren unterschieden:
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Parts Count-Methode
- Ermittelt, wie viele Komponenten jeder Art im System enthalten sind.
- Nutzt ausschließlich Referenzausfallraten zur Bestimmung der Systemausfallrate.
- Gilt als kritisch, da die tatsächlichen Ausfallraten elektronischer Bauteile oft exponentiell mit der Temperatur variieren.
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Parts Stress-Methode
- Erweitert die Berechnung um sogenannte Stressfaktoren wie Temperatur, Strom und Spannung.
- Bauteilausfallraten werden aus einer Referenzausfallrate abgeleitet und um die tatsächliche Belastung korrigiert.
- Für die Berechnung der Stressfaktoren sind Lastprofile der Bauteile erforderlich, die zuvor ermittelt werden müssen.
- Dieses Verfahren ist aufwändiger, liefert aber realistische Ausfallratenwerte, wie sie beispielsweise für Garantie- und Ersatzteilprognosen benötigt werden.
Unsere Leistungen
- Bestimmung von Systemausfallraten für elektronische Systeme nach Siemens-Norm SN 29500 & Military Handbook 217F
- Unterstützung bei der Definition von Bauteillastprofilen
Im Zusammenspiel mit anderen Methoden
Die präventive Ausfallratenanalyse ist eng mit der Elektronikzuverlässigkeit sowie den Methoden RAM/LCC und Reliability Testing verknüpft. Gemeinsam ermöglichen diese Ansätze eine fundierte Prognose der Systemzuverlässigkeit – von der Entwicklung über die Simulation bis zur Einsatzbewertung.

